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Selbstisolation – Lucindas (nicht ganz ernst gemeinter) Quarantänetipp

Abend mit Huhn Lucinda
Huhn Lucinda

 

Es ist spät am Abend. Draußen ist es dunkel. Höchste Zeit für alle Hühner in den sicheren Hafen des Hühnerstalls zurückzukehren. Auf der gemeinsamen Schlafleiter ist man warm aneinander gekuschelt. Es ist gemütlich und gesellig. Gleich gibt es Futter für alle und Hahn Cockie gurrt leise in seiner Ecke. Nur heute Abend ist etwas anders. Etwas ist falsch! Lucinda fehlt.

 

Mir war schon immer klar, dass Lucinda ihren eigenen Kopf hat. Aber Abends alleine im Dunkeln zu sein ist selbst für ein Huhn wie Lucinda sicher nicht schön. Mit der Taschenlampe leuchten wir also jede Ecke des Gartens ab – umsonst. Es fehlt Lucinda.

 

Huhn Lucinda in Selbstisolation
Huhn Lucinda in Gesellschaft

Als wir schon auf dem Weg nach draußen sind, fällt mir ein dunkler Schatten im Stallvorraum auf. Lucinda sitzt eingekuschelt in einer Ecke, in der ein altes Fenster lehnt. Wie auch immer sie dahin kommt. Ich bin jedenfalls erleichtert!

 

Aber warum tut sie das? Ein Huhn, das quasi in Selbstisolation am Fenster sitzt. Normalerweise ist es ja ganz spannend vor dem Fenster zu sitzen. Draußen wandern Menschen vorbei. Man sieht möglichweise ein paar Kinder Ball spielen. Ein Hund läuft bellend vorbei (okay, schlechtes Beispiel – das würde Lucinda gar nicht gefallen). Aber hier ist hinter dem Fenster nichts Bewegliches zu sehen. Nur ein weiterer Ersatzfensterflügel und ein Rasenmäher. Das ist so ähnlich wie es manch einem gerade in der Großstadt am Fenster gehen mag: Selbstisolation und keiner – oder ein vereinzelter, eilender Maskenträger - geht am Fenster vorbei.
Was also macht Lucinda freiwillig in dieser Ecke? Es dauert ein wenig bis ich verstehe. Lucinda fühlt sich offensichtlich nicht alleine. Denn sie schaut aufmerksam ihr eigenes Spiegelbild im Fenster an.
Ich habe es schon geahnt: Lucinda ist eitel! --- und trotz Selbstisolation in bester Gesellschaft.